Weihnachtssocken stricken
Weihnachtssocken sind so ein Projekt, bei dem ich mir jedes Jahr aufs Neue vornehme, rechtzeitig anzufangen. Und jedes Jahr sitze ich dann doch wieder im Dezember mit Stricknadeln und Wolle da und bin natürlich nicht fertig.
Damit du es dieses Jahr besser hinbekommt als ich, gibt es die Anleitung dieses Mal komplett als Videoanleitung, alles gesammelt in der YouTube-Playlist „Weihnachtssocken". Damit du dir das Ganze besser vorstellen kannst, gehe ich hier alles Schritt für Schritt an Größe 36 (meine kleinen Füße werden leider nicht mehr größer) durch.
Und das tolle ist, du kannst die Socken ganz klassisch vom Bündchen bis zur Spitze stricken oder aber auch als Toe up. Die Anleitung für Toe up Socken findest du HIER.
Welches Material brauchst du für die Weihnachtssocken?
- Sockenwolle West Yorkshire Spinners Signature 1208 Yuletide Sparkle (Affiliate Link/Werbung) + passende Farbe nach Wunsch, ich habe mich für Grün entschieden
- Nadelspiel 2,5
- Wollnadel zum Vernähen
- Schere
Weihnachtssocken stricken in 6 Schritten:
- Italienischer Maschenanschlag
- Zweier-Rippen-Bündchen
- Muster am Schaft
- Verstärkte Herzchen-Ferse
- Fußteil
- Verstärkte Bandspitze
Der Maschenanschlag und das Bündchen
Ich habe bei Gr. 36 insgesamt 56 Maschen (14 pro Nadel) mit dem italienischen Maschenanschlag angeschlagen. Der italienische Maschenanschlag ist tatsächlich bei den ersten Versuchen etwas fummelig, aber die Kante wird dafür wunderschön und elastisch, und das ist ja beim Anziehen der Socken wichtig. Du kannst aber auch jeden anderen Maschenanschlag stricken.
Anschließend werden 19 Runden für das Bündchen gestrickt:
- 15R 2li, 2re gestrickt
- 1Runde re
- 2 Runden li
- 1 Runde re
Aber wie kommt man nun von 1li, 1re zu 2li, 2re...? Und dann soll der Übergang auch noch gut aussehen... Das zeige ich dir im folgenden Video:
Schaftmuster für deine Socken
Das Schaftmuster ist immer der spannenste Teil einer Socke, für mich ist das zumindest so... Ein ganz kleines Zopfmuster aus nur zwei Maschen und nur Zwei Runden. Du brauchst also keine Zopfnadel oder andere Hilfsmittel um diese Zöpfchen zu stricken. Das funktioniert auch ganz ohne und deshalb bekommen das auch plietsche Anfänger (wie man hier im Norden zu pfiffig oder clever sagt) locker hin.
Wie das genau geht, zeige ich dir im Video.
Die verstärkte Herzchenferse
Wie genau die verstärkte Herzchenferseferse gestrickt wird, zeige ich dir im nächsten Video. Eine klassische Herzchenferse ist eine Fersenkonstruktion aus verkürzten Reihen, bei der die Ferse wie eine kleine Kappe um den Fuß herum geformt wird und dabei breiter wird. Ich persönlich mag sie neben der klassischen Käppchenferse am liebsten. Verstärkt bedeutet, dass dieser sensible Bereich an der Ferse durch das Abstricken der Maschen viel dicker wird und so diese stark beanspruchte Stelle länger hält.

Viel wichtiger als meine Maschenzahlen, die ich für Größe 36 stricke, ist, dass die Ferse am Ende auch wirklich zu deinem Fuß passt. Nur die wenigsten haben so kleine und schmale Füße wie ich. Dabei hilft dir aber mein Sockenplaner. Hier kannst du ganz viele Maße eintragen und bekommst ein besseres Gefühl für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Füßen. In den klassischen Sockentabellen sind leider immer nur Durchschnittswerte berechnet, die einfach in den meisten Fällen nicht passen. Durch die Maßangaben in deinem Sockenplaner kannst du berechnen, ob du beispielsweise etwas mehr Maschen am Bündchen brauchst aber am Fuß selbst viel weniger oder umgekehrt. Ein bisschen Ausprobieren solltest du trotzdem, denn jeder strickt etwas anders, aber du hast damit auf jeden Fall eine viel bessere Ausgangsbasis und kannst dir das viel besser vorstellen als reines Schätzen. Ganz viele weitere Infos dazu findest du HIER.
Der Fuß
Nach der ganzen Fummelei mit Maschenanschlag, Bündchen, Zopfmuster und Ferse kommt jetzt der Teil, bei dem dein Kopf mal Pause machen darf: der Fuß wird einfach glatt rechts weitergestrickt, ohne dass du irgendwo mitzählen musst. Genau deshalb gibt es dafür auch kein eigenes Video. Glatt rechts kann jeder, der bis hierhin durchgehalten hat. Als kleines Special kannst du aber auch das Muster am Oberfuß, so wie ich, weiterstricken.
Wie lang das Fußteil am Ende wird, hängt ganz von dir ab: Am besten misst du dazu regelmäßig direkt an deinem eigenen Fuß, bis die Länge passt, bevor es dann Richtung Spitze weitergeht. So eine Socke lässt sich eben nicht nach Schema F stricken – jeder Fuß ist anders, und genau deshalb lohnt sich hier ein bisschen Geduld beim Zwischenmessen mehr als jede Tabelle.
Die Spitze
Zum Schluss wird es mit der verstärkten Bandspitze nochmal richtig spannend und im Grunde ist sie nichts anderes als eine ganz normale Bandspitze, nur eben verstärkt. Nach all der Mühe wäre es ja auch schade, wenn ausgerechnet die Spitze als Erstes durchscheuert. Genau deshalb wird auch hier wieder etwas dicker gestrickt, damit die Socke am Ende auch an dieser Stelle lange hält.
Und sobald die Spitze zugenäht ist, ist deine Weihnachtssocke fertig. Zumindest die erste. Was mit der zweiten passiert, wissen wir alle nur zu gut... Die liegt dann bis Ostern mit einer einsamen Nadel im Körbchen und wartet geduldig darauf, dass du dich an sie erinnerst. Wenn du genau das auch kennst, dann leidest du wie so viele andere Stricker*innen am Second-Sock-Syndrome. Ich habe in einem humorvollen Teeklatsch-Beitrag mal alle lebenswichtigen Fakten dazu zusammengetragen.
Ich hoffe, dass dir nach diesem Teeklatsch nun auch die zweiten Socken gut gelingen.


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