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Teeklatsch

Warum heißt Fräulein Gerda eigentlich Fräulein Gerda

Text links: Vom Schabernack zum Markennamen, rechte Seite Schnappschuss von der Designerin Bianca Pinn

Die Frage kommt ab und zu ganz nebenbei, meistens mit so einem kurzen Blick dazu:
„Fräulein Gerda… woher kommt das eigentlich?“

Und ich merke dann jedes Mal, dass der Name kurz so wirkt, als müsste jetzt eine große Geschichte kommen, mit besonderem Ursprung oder irgendeinem cleveren Gedanken dahinter. Und ehrlich gesagt ist die Antwort viel weniger „spektakulär“, als man vielleicht vermuten würde.

 

Gerda, meine Oma und ein Leben zwischen Wolle und Geduld

Gerda ist mein zweiter Name und gleichzeitig der Name meiner Oma, die auch meine Taufpatin war und eine ziemlich wichtige Rolle in meinem Leben gespielt hat, auch wenn sie heute nicht mehr da ist.

Wenn man heute über „Handarbeit“, „DIY“, Stricken oder Häkeln spricht, klingt das oft nach Trend oder bewusster Entscheidung. Bei mir war das eher Alltag. Ich bin da einfach reingewachsen.

Mit meiner Oma und meiner Mama zusammen habe ich als Kind viel von dem gemacht, was man heute schnell als „Handarbeiten“ zusammenfasst... also alles, was Zeit braucht, Geduld fordert und bei dem man irgendwann merkt, dass „mal eben schnell“ hier nicht wirklich funktioniert.

Damals habe ich das nicht immer gefeiert. Heute ist genau das hängen geblieben.

 

🧶 Und dann kam da dieses „Fräulein“

Und dann war da dieses Wort, das sich irgendwie festgesetzt hat.

Meine Oma hat mich manchmal „Fräulein“ genannt oder „Fräuleinchen“... meistens genau dann, wenn ich als Kind der Meinung war, dass Regeln eher so… flexible Vorschläge sind.

Meine Mama hat das übrigens auch übernommen. Nicht streng, eher im Alltag, so dieses kurze „Fräulein…“ mit so einem ganz bestimmten Blick dazu, wenn man gerade dabei war, Unsinn in kreative Ideen umzuwandeln.

Und irgendwie ist genau das hängen geblieben.

Ich habe mir dieses „Fräulein“ bis heute bewahrt. Nicht im Sinne von „brav sein“, sondern eher im Gegenteil mit diesen kleinen Momenten des Verrücktseins im Alltag.
Ich bin ziemlich perfektionistisch, mag es, wenn Dinge ordentlich sind und gut gemacht werden, aber gleichzeitig liebe ich es, mit meinem Mann Unsinn zu machen, uns gegenseitig auf die Schippe zu nehmen, gemeinsam albern zu sein und Dinge auch mal nicht so ernst zu nehmen.

Beides gehört bei mir ziemlich selbstverständlich zusammen, auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht nicht immer logisch wirkt.

 

🙃 Und ja, dieses „Fräulein“ sorgt manchmal für Fragen

Und natürlich passiert es ab und zu, dass jemand kurz hängen bleibt und sagt:
„Fräulein? Das klingt irgendwie altmodisch.“

Manchmal auch mit einem kleinen Lächeln, manchmal eher mit einer echten Frage dahinter.

Und ich verstehe das auch, weil das Wort heute einfach nicht mehr so oft benutzt wird und diese Meinung hat absolut seine Berechtigung.

Bei mir hat es allerdings nichts mit irgendeinem alten Bild oder einer bestimmten Bedeutung zu tun, sondern ist einfach aus meinem Alltag damals entstanden, aus meiner Kindheit, meiner Familie und diesen ganz normalen Momenten, in denen Wörter einfach ihren Platz hatten, ohne dass man groß darüber nachgedacht hat.

Mehr ist daraus nie geworden, außer einem Wort, das geblieben ist.

 

Je länger ich darüber nachdenke...

Vielleicht war das alles also gar kein Schimpfen, sondern langfristige Markenentwicklung. Meine Oma war ihrer Zeit einfach voraus.

Und falls du jetzt gerade mit den Augen gerollt hast, weil du dich ein kleines bisschen wiedergefunden hast, dann herzlich willkommen im Club.

Bis zum nächsten Tee-Klatsch,

Unterschrift Bianca

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